Die faire Einführung von Bitcoin macht ihn zu einer herausragenden Form von Eigentums

Im Gegensatz zu anderen Kryptowährungen wurde der Bitcoin nicht im Voraus geprägt und ist in einer einzigartigen rechtlichen Position, um als Eigentum für Institutionen und Privatpersonen zu dienen. Autor: Level39 | Bitcoin Magazine

Die faire Einführung von Bitcoin macht ihn zu einer herausragenden Form von Eigentums

Erschienen im Bitcoin Magazine | Veröffenlichung 23.11.2021 |
Autor: Level39
Übersetzt von: BitBoxer

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Bitcoin ist die sicherste und dezentralste Kryptowährung der Welt – aber seine faire Einführung ist vielleicht einer der am schlechtesten verstandenen Aspekte seiner Geschichte und eines der Dinge, die ihn so dezentral und einzigartig machen.

Viele Altcoins verwenden in der Regel einen Startmechanismus, der als „Premining“ bezeichnet wird, das heißt die Schaffung einer Menge von Blockchain-basierten Token oder „Coins“, bevor eine Kryptowährung veröffentlicht wird. Dies ist eine gängige Praxis in der Welt der zentralisierten Risikokapitalprojekte und „Initial Coin Offerings“ (ICOs).

Bitcoin hatte keinen „Premine“

Der Start von Bitcoin war nicht geplant, und sein pseudonymer Schöpfer, Satoshi Nakamoto, hat eine sorgfältig geplante Veröffentlichung inszeniert, die dazu beigetragen hat, dass Bitcoin in den Augen der Regulierungsbehörden als Ware angesehen wird. Die „U.S. Commodity Futures Trading Commission“ (CFTC) hat sogar eine Broschüre über Bitcoin veröffentlicht, in der es heißt, dass es sich um ein reguliertes Gut handelt.

Am 31. Oktober 2008 veröffentlichte Nakamoto das Bitcoin-Whitepaper auf der Cypherpunk-Mailingliste. Zwei Monate später, am 3. Januar 2009, schürfte Nakamoto den Entstehungsblock des Bitcoin-Netzwerks und setzte damit eine Kraft in Gang, die die Welt für immer verändern sollte. Am 8. Januar 2009 schickte Nakamoto eine E-Mail an die Cypherpunk-Mailingliste und kündigte die Veröffentlichung von Bitcoin an.

Für das ungeschulte Auge mag der Genesis-Block wie eine „Premine“ erscheinen. Die 50 Bitcoin, die im Genesis-Block geschürft werden, sind jedoch aufgrund der Art und Weise, wie der Genesis-Block im Code ausgedrückt ist, nicht auszahlbar. Es gibt keine Möglichkeit für Nakamoto, aus dem Genesis-Block einen Gewinn zu erzielen.

BitMEX Research hat eine Analyse über die frühe Mining-Ära von Bitcoin veröffentlicht und kommt zu dem Schluss, dass zwar „jemand“ 700.000 „Coins“ gemined hat, und viele nehmen an, dass es sich dabei um Nakamoto handelt, aber es bleibt offiziell unbewiesen, dass er es war, der diese Münzen geschürft hat. Die Person, die diese riesige Menge an Bitcoin geschürft hat, wird im Volksmund als „Patoshi“ bezeichnet. Patoshi hat nicht einmal Bitcoin „schnell gemined“ – eine Analyse des Bitcoin-Netzwerks zeigt, dass Patoshi die Miner tatsächlich gedrosselt hat, und es deutet darauf hin, dass sich sein Miner nach dem Mining eines Blocks absichtlich für fünf Minuten abgeschaltet hat.

Darüber hinaus zirkulierte Bitcoin monatelang nach dem Start von Bitcoin frei und ohne jeglichen Wert. Diese Zeit des freien Umlaufs, bevor Bitcoin einen realen Wert hatte, kann im heutigen spekulativen Umfeld nicht mehr reproduziert werden. Es wird nie wieder einen fairen Start wie den von Bitcoin geben.

Schließlich bedeutet Nakamotos Pseudonymität und sein Verschwinden, dass es keine identifizierbare Person oder Firma hinter Bitcoin gibt. Es gibt kein Marketing-Team. Es gibt niemanden, den man beaufsichtigen könnte, und niemanden, den man vor ein Gericht stellen könnte. Nakamoto hat seine eigenen Interessen nie an die erste Stelle gesetzt und damit dieses Rätsel vollständig umschifft.

Bitcoin als Gut ist der Schlüssel

Warum ist das wichtig? Im Kontext eines ausgereiften regulatorischen Umfelds ist es ideal, wenn Bitcoin von den Regulierungsbehörden als ein Gut betrachtet wird, die als Eigentum besessen werden kann.

Eine Gruppe, die einen Teil des Token-Angebots zu ihrem eigenen Vorteil beiseite legt – oder um sich selbst einen übergroßen Einfluss auf das Netzwerk zu verschaffen – schafft ein nicht registriertes Wertpapier und beschränkt ihren Token rechtlich auf den Handel auf registrierten und regulierten Wertpapierplattformen. Kryptowährungen, die als nicht registrierte Wertpapiere angesehen werden, laufen Gefahr, von nicht registrierten Kryptowährungsbörsen gestrichen zu werden.

Wie Michael Saylor, CEO von MicroStrategy, bei vielen Gelegenheiten hervorgehoben hat, war Nakamoto anscheinend mit dem Wertpapierrecht und der Geldethik bestens vertraut, als er Bitcoin schuf.

„Das Eigenkapital der Gründer ist ein Wertpapier und müsste gemäß den einschlägigen Wertpapiergesetzen mit Offenlegung an die Öffentlichkeit verkauft werden. Vorgezogene Token, die von einem Gründerteam gehalten werden, das nach Gewinn strebt, würden wahrscheinlich dazu führen, dass die Regulierungsbehörden alle Token als Wertpapiere und nicht als Eigentum betrachten …“

- Saylor
„Sie dürfen das Gründerteam und die frühen Investoren entschädigen, aber Sie dürfen diese Token nicht als Eigentum oder Geld darstellen. Sie müssen sie als Wertpapiere behandeln, für die dieselben Beschränkungen und Haftungen gelten wie für herkömmliches Eigenkapital.“

- Saylor

Gary Gensler, der Vorsitzende der US-Börsenaufsichtsbehörde (SEC), und sein Vorgänger Jay Clayton haben sich dieser Meinung angeschlossen, da beide sagten, dass jeder ICO ein Wertpapier sei.

„Ich werde mich nicht auf eine einzelne Marke einlassen, aber ich denke, die Wertpapiergesetze sind ziemlich klar – wenn Sie Geld beschaffen und die investierende Öffentlichkeit eine begründete Erwartung von Gewinnen hat, die auf den Bemühungen anderer beruhen, fällt das unter das Wertpapiergesetz.“

- Gensler

Saylor hat auch darauf hingewiesen, dass öffentliche Unternehmen keine Wertpapiere als Rücklagen halten dürfen. Nach dem „Investment Company Act von 1940“ würde ein Unternehmen, das mehr als 40 % seines Vermögens in Wertpapiere (abzüglich Bargeld und Staatspapiere) investiert, als Investmentgesellschaft gelten. Das Halten von Gütern in der Bilanz führt nicht dazu, dass ein Unternehmen zu einer Investmentgesellschaft wird. Ein börsennotiertes Unternehmen wie MicroStrategy kann also so viel Bitcoin halten, wie es will, und zwar als Rücklage.

In den kommenden Monaten werden wir wahrscheinlich eine stärkere Regulierung von Kryptowährungen erleben. Die faire Einführung von Bitcoin hat maßgeblich dazu beigetragen, dass er zu einem regulierten Gut wurde, und macht ihn zur klaren Wahl für Privatpersonen und Institutionen gleichermaßen als Spitzenform des Eigentums.


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Wenn meine Übersetzung wertvoll für Dich war, würde ich mich über ein paar Satoshis an bitboxer75@getalby.com freuen. Vielen Dank!